Altersarmut in Köln und Umgebung:

Immer mehr Senioren leben von „Alters-Hartz IV“

Immer mehr Ältere können von ihrer Rente nicht leben: Die Zahl der Menschen, die im Rentenalter staatliche Unterstützung brauchen, ist enorm gestiegen. Insbesondere Frauen sind auf das „Alters-Hartz IV“ angewiesen. Eine fatale Entwicklung. Für den einzelnen Rentner bedeutet dies, dass seine gesetzliche Rente unter dem Existenzminimum liegt. Kein Wunder, dass bei immer mehr berufstätigen Menschen derzeit die Angst vor der Armutsfalle im Alter wächst.

 

Wer heute als Rentner ein Einkommen von weniger als 758 Euro pro Monat hat, der sollte seinen Anspruch auf Grundsicherung im Alter prüfen, rät die Deutsche Rentenversicherung. Dies ist aber kein fester Grenzwert. Auch wer etwas darüber liegt, kann sich an das Sozialamt wenden. Hier wird dann der Einzelfall geprüft. Die Miete beispielsweise spielt dabei eine Rolle. Und die kann schließlich überall anders sein. Die Regelleistung beträgt 391 Euro für Alleinlebende und 353 Euro für jeden, der in einer Ehe oder eingetragenen Partnerschaft lebt. Hinzu kommen dann noch weitere Leistungen –  etwa für Unterkunft und Heizkosten. Auf den so ermittelten Gesamt-Betrag der staatlichen Unterstützung wird die eigene Rente allerdings noch angerechnet  – und zwar in voller Höhe.

 

Die Rentenleistungen werden immer geringer. Die Bundesregierung hat das Rentenniveau, das auf Basis des durchschnittlichen Netto-Jahresarbeitseinkommens ermittelt wird, auf derzeit 48,8 Prozent abgesenkt. Bis zum Jahr 2030 wird dies auf 43 Prozent sinken. Ein Durchschnittsverdiener muss dann 35 Jahre statt bisher 26 Jahre lang arbeiten, um wenigstens eine Rente oberhalb der Grundsicherung im Alter zu bekommen. Deshalb fordert die NGG Köln, das derzeitige Rentenniveau zu halten und die Leistungen der Rentenversicherung zu verbessern. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat dazu ein Konzept vorgelegt und gezeigt, dass das auch finanzierbar ist.

 

Darüber hinaus macht die NGG Köln Niedriglöhne für die Altersarmut verantwortlich. Daran wird auch der Mindestlohn von 8,50 Euro nichts ändern. Das einzige Gegenmittel sind gute Tariflöhne. Und um die durchzusetzen, gilt: Je mehr Beschäftigte einer Branche in der Gewerkschaft sind, umso stärker ist die Verhandlungsposition am Tariftisch – und umso besser am Ende der Lohn.

 

Die Tatsache, dass deutlich mehr Frauen von Altersarmut betroffen sind, führt die NGG Köln ganz wesentlich auf eine Schieflage bei den Löhnen zurück: Noch immer verdienen Frauen im Schnitt deutlich weniger als Männer. Das rächt sich dann auch bei der Rente. Es ist deshalb höchste Zeit für ‚Equal Pay‘ – gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

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