Fahrrad-Lieferdienst

Der erste Betriebrat bei Deliveroo steht!

Betriebsrat Deliveroo

Es wurde Geschichte geschrieben! Am Freitag, den 16.02.2018, hat die erste erfolgreiche Betriebsratswahl beim Lieferdienst Deliveroo Deutschland stattgefunden. Der Betriebsrat hat sich kurze Zeit später konstituiert und erste Schwerpunkte für seine Arbeit definiert. Die neue Arbeitnehmervertretung besteht aus fünf Mitgliedern. Das wohl drängendste Problem sind die befristeten Arbeitsverhältnisse und die sogenannten „Freelancer“.

 

Seit Einleitung der Betriebsratswahl hat Deliveroo einen großen Teil der befristeten Fahrer vor die Tür gesetzt und sie durch Freelancer ersetzt. Diese – nach Meinung Deliveroo’s – selbstständigen Fahrer haben keinen Urlaubsanspruch, keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und sind auch nicht durch die Berufsgenossenschaft des Arbeitgebers gegen Arbeitsunfälle abgesichert. Viele Fahrer berichten, dass ihr Job nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich ist. Und das bei einem Stundenlohn, der nur wenige Cent über dem Mindestlohn liegt.

Orry Mittenmayer, BR-Vorsitzender von Deliveroo

„Alle Riders sind befristet beschäftigt, oft sogar nur mit Verträgen von wenigen Monaten,“ so der frisch gewählte Betriebsratsvorsitzende Orry Mittenmayer, “Meine Kollegin Kathrin Galonska, gewählte Betriebsrätin, hat als erste von uns eine Entfristungsklage eingereicht. Es ist richtig, dass die Gewerkschaft NGG dagegen vorgeht – denn gemeint sind wir alle!“

 

Deliveroo betreibe Profitmaximierung auf Kosten der Beschäftigten. Dem stellen sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jetzt entschlossen und geschlossen entgegen, so Mohamed Boudih von der Gewerkschaft NGG: „Mit dem Betriebsrat haben wir endlich ein Instrument, um für bessere Arbeitsbedingungen der Kolleginnen und Kollegen von Deliveroo zu sorgen. Gerade bei neugegründeten Firmen ist es wichtig, dass wir als Gewerkschaft frühzeitig für gute Arbeitsstandards sorgen. Mit der Gründung des ersten Betriebsrates bei foodora im letzten Jahr und der erfolgreichen Betriebsratswahl bei Deliveroo vergangenen Freitag haben wir hierfür einen wichtigen Grundstein gelegt.“

 

Doch die NGG ist auch alarmiert: Wenn Deliveroo so weiter mache, dann sei der Standort Köln der erste in Deutschland mit richtiger Mitbestimmung, aber bald ohne Kolleginnen und Kollegen, für die sich der Betriebsrat einsetzen könne, weil das Unternehmen alle befristeten Verträge auslaufen lässt. Deshalb wollen sich Betriebsrat und Gewerkschaft um die sogenannten selbständigen Fahrer kümmern. Man habe Zweifel, ob es sich um echte Selbständige handle, so Boudih.

 

Hintergrund: Die Befristungsquote bei Deliveroo beträgt 100%. Der Arbeitgeber lässt Verträge von unliebsamen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – wie z.B. von Betriebsrätinnen und Betriebsräten – einfach auslaufen. Der Arbeitgeber nutzt die gesetzlichen Möglichkeiten aus. Dazu Mohamed Boudih: „Am Beispiel Deliveroo kann Politik studieren, dass die sachgrundlosen Befristungen nicht nur eine schlechte Planbarkeit für Beschäftigte darstellen, sondern auch ein Instrument der Arbeitgeberwillkür sein können. Deshalb: Befristete Arbeitsverträge ohne Sachgrund müssen dringend abgeschafft werden!“

 

Stand: 20.02.2018

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