Über 30.000 leiharbeiter in Köln und Umgebung

NGG fordert: Schluss mit Zwei-Klassen-Belegschaften

Leiharbeiter und Werkverträge: Sie machen die gleiche Arbeit, bekommen aber weniger Lohn. Oft kann man sie nur an der Farbe der Kopfbedeckung erkennen.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Leiharbeiter und Beschäftigte mit einem Werkvertrag sollen besser gestellt werden. Die NGG Region Köln fordert sieht den Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles zur Begrenzung von Leiharbeit und Werkverträgen zwar als einen „Schritt in die richtige Richtung“. Doch die geplanten Änderungen gehen weit genug: Die Politik muss endlich dafür sorgen, dass heimische Stammbelegschaften nicht dauerhaft durch Beschäftigte zweiter Klasse ersetzt werden. Das geht nur, wenn die Betriebsräte ein Wörtchen mitreden können.

 

Allein in der Domstadt gab es im Jahr 2015 gut 17.800 Leiharbeiter. Zehn Jahre zuvor waren es noch rund 7.500. In der gesamten Region, also in Köln und in den umliegenden Kreisen waren im Jahr 2015 insgesamt mehr als 30.000 Leiharbeiter registriert. Die machen oft genau den gleichen Job wie die Stammbelegschaft – nur für weniger Geld. Außerdem haben sie meist weniger Urlaub, häufig keine Extra-Alterssicherung und müssen manchmal in der Werkskantine auch noch höhere Preise bezahlen. Besonders in der Fleischindustrie und in der Ernährungswirtschaft sei Leiharbeit weit verbreitet. Auch in Köln setzten viele Chefs mit „Billig-Jobs“ darauf, Tarif- und Sozialstandards zu umgehen.

 

Dieses Kalkül steckt ebenfalls hinter den Werkverträgen. Hier wird der Mitarbeiter für eine bestimmte Tätigkeit, ein Gewerk, bezahlt. Auch hier gehört Missbrauch zum Alltag. Es ist eine schlechte Ausrede, wenn Firmen immer wieder mit flexiblen Arbeitskräften für wechselnde Auftragslagen argumentieren und diese in Wahrheit wie Stammpersonal einsetzen.

 

Nach dem Vorschlag des Bundesarbeitsministeriums soll die Leiharbeit künftig auf maximal 18 Monate begrenzt werden. Bei Werkverträgen soll stärker überprüft werden, ob dahinter nicht tatsächlich ein normales Arbeitsverhältnis steckt. Aber damit diese Kontrolle wirklich funktioniert, fordert die NGG mehr Mitbestimmungsrechte für die Betriebsräte. Sie müssen erkennen, ob ein Werkvertrag wirtschaftlich gerechtfertigt ist. Ohne starke Arbeitnehmervertreter ist der Missbrauch von Leih- und Werkvertragsarbeitern nicht in den Griff zu bekommen.

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