NGG fordert Rückkehrrecht in Vollzeit

Schluss mit der Teilzeitfalle!

Immer mehr Halbtagsjobs: Allein in Köln haben derzeit rund 147.000 Beschäftigte eine Teilzeit-Stelle. Das sind 22 Prozent mehr als noch vor vier Jahren. Das geht aus aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hevor. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum stieg die Zahl aller sozialversicherungspflichtigen Jobs in der Domstadt um zehn Prozent. Vor dem Hintergrund der Debatte um prekäre Arbeit fordert die NGG ein verbrieftes Rückkehrrecht auf Vollzeit.

                                         

Die Teilzeitarbeit ist auch in den benachbarten Kreisen und Städten gestiegen. Mit 25 Prozent liegt Euskirchen an der Spitze. Leverkusen verzeichnet mit 13 Prozent den geringsten Anstieg. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten ist im Regierungsbezirk Köln auf insgesamt mehr als 300 Tausend gewachsen.

 

Die Zunahme der Teilzeit ist beunruhigend. 20- oder 30-Stunden-Jobs sind immer mehr zur Regel – und häufig zur Falle. Gerade Frauen bleibt etwa nach einer Familien-Pause der Wunsch, in Vollzeit zurückzukehren, oft verwehrt. Dies erschwere nicht nur die Karriere, sondern sorge auch für niedrige Renten. Dieses Problem nehme immer größere Ausmaße an: So arbeiten laut BA aktuell 41 Prozent aller berufstätigen Frauen in Köln in Teilzeit.

 

Viele von ihnen wollen mehr arbeiten, worin auch ein riesiges Potential für den heimischen Arbeitsmarkt liegt. Diese Chance darf man in Zeiten des Fachkräftemangels nicht einfach verschenken. Doch auch Männer, die für mehr Zeit mit der Familie die Arbeitszeit reduzieren und später wieder erhöhen wollen, bekommen dazu oft keine Chance. Auch ihnen bringt ein Rückkehrrecht auf Vollzeit spürbare Entlastung.

 

Entsprechende Gesetzespläne des Bundesarbeitsministeriums waren im Koalitionsausschuss zuletzt am Widerstand der Union gescheitert, obwohl das Vorhaben im Koalitionsvertrag vereinbart worden war. Die NGG fordert die Regierungsparteien nun auf, mit ihrem Versprechen ernst zu machen und das Gesetz vor der Sommerpause zu verabschieden. Tausende Berufstätige in der Region könnten davon profitieren. Der Rückkehranspruch sollte dabei für alle Betriebe gelten und nicht nur für Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern, wie von der CDU gefordert.

 

Teilzeit-Beschäftigte stehen nicht nur mit geringerem Einkommen und schlechterer Absicherung bei Rente und Arbeitslosigkeit da. Sie haben auch bei der Karriere das Nachsehen. Dabei sollten gerade jungen Müttern und Vätern nach einer Auszeit dieselben Möglichkeiten offenstehen wie allen anderen Beschäftigten. Gleiches gelte für Menschen, die sich beruflich weiterbilden oder ehrenamtlich engagieren.

 

Wer später in Vollzeit zurück will, muss darauf einen festen Anspruch haben. Die Wahl der Arbeitszeit muss eine individuelle Entscheidung sein. Mit Blick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt ist dies wichtiger denn je. Die Arbeitgeber sprechen gern von Flexibilität und meinen damit Mehrbelastung für die Beschäftigten. Aus Sicht der Arbeitnehmer heißt Flexibilität aber auch, je nach Lebensabschnitt entscheiden zu können, mehr oder weniger zu arbeiten.

Mitglied werben - Mitglied werden

Mitgliederwerbeaktion 2018

Mitglied werden

Jetzt Online Mitglied werden!

Dr. Azubi

Stress in der Ausbildung?
Dr. Azubi hilft!

©  Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)  |  wegewerk> wwEdit CMS 3.5

Aus urheberrechtlichen Gründen ist der Download dieses Bildes nicht möglich.